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BEWUSST LEBEN –
Wie Sie Ihr Leben gelingen lassen

„Glücks-Hormone“ – Achtung: Suchtgefahr!

von Professor Dr. Erich Wühr

Stand: Mai 2026

Im Sinne einer hohen Lebensqualität und Lebensfähigkeit gelingt unser Leben, wenn wir die natürlichen Werte schöpfen – und zwar gemäß der naturgewollten Hierarchie bzw. Priorität und „im rechten Maß“ (siehe Artikel „Wie ein Leben gelingen kann“). Dies steht heutzutage weitgehend in unserer Macht.

Wenn wir einen solchen lebensförderlichen Wert schöpfen, schüttet unser Gehirn bestimmte Neurotransmitter (biochemische Botenstoffe) aus. Sie lösen Gehirn- und Körperzustände aus, die wir als Wohlgefühl – unter Umständen sogar als Glücksgefühl – wahrnehmen. Ein solches Wohlbefinden ist sozusagen die Belohnung dafür, dass wir das Richtige tun und einen von Natur aus lebensförderlichen Wert geschöpft haben.

Die moderne Neurobiologie kennt (mindestens) zwei dieser Zustände des Wohlbefindens: Das hedonische Wohlbefinden (die Hedonie) und das eudaimonische Wohlbefinden (die Eudaimonie).

Das hedonische Wohlbefinden ist am besten mit dem Wort „Lust“ zu beschreiben. Ein solches Lustgefühl tritt sehr schnell ein, wenn wir einen Wert auf den unteren Ebenen der Wertehierarchie schöpfen. Es klingt aber auch sehr schnell wieder ab und braucht deshalb die Wiederholung. Im Laufe der Zeit stumpft es sogar ab, und wir brauchen immer stärkere Reize, um diese Bedürfnisse zu befriedigen und diese Lustgefühle zu erfahren. Unter Umständen kann diese Eigenschaft der Hedonie sogar zur Sucht führen.

Ein Beispiel für die Hedonie: Unser Gehirn braucht für den eigenen Energiestoffwechsel Zucker. Und Zucker ist üblicherweise in Nahrungsmittel enthalten, die süß schmecken. Wenn wir also Süßes essen, befriedigen wir den natürlichen Wert „Energie für unser Gehirn“ und werden mit einem lustbetonten, hedonischen Wohlbefinden belohnt. Es ist nur zu verständlich, dass wir dieses Wohlbefinden immer wieder suchen. Und was man immer wieder sucht, kann zur Sucht werden.

Tatsächlich tragen wir in uns nur zwei Instanzen, die uns das rechte Maß an hedonischem Lustgewinn finden lassen – unseren Verstand und unsere Vernunft: Die verständige und vernünftige Abwägung von nützlicher und schädlicher Menge an zuckerhaltigen Nahrungsmitteln führt uns zum rechten Maß an Konsum von Süßigkeiten.

Heutzutage können in unserer Konsumgesellschaft besonders hedonische Lustgefühle leicht ausgelöst werden: (Fast) alles, was zur Hedonie führt, ist im Überfluss vorhanden. Und dieser Umstand verleitet uns nur allzu leicht, die Hedonie voll auszuleben und uns nicht zu mäßigen. Dies bewirkt vor allem, dass wir die zweite Art des Wohlbefindens vernachlässigen – das eudaimonische Wohlbefinden.

Das eudaimonische Wohlbefinden erreichen wir durch die Schöpfung der Werte auf der obersten Ebene der Wertepyramide – „Sinnverwirklichung“ und „Selbstverwirklichung“: Der Zustand der Eudaimonie ist geprägt von Sinnhaftigkeit. Sie entsteht durch persönliches Wachstum und dem Anstreben und Erreichen bedeutender, sinnhafter Lebensziele. Das eudaimonische Wohlbefinden ist nachhaltiger und intensiver als die flüchtigen und abstumpfenden hedonischen Lustgefühle. Die Eudaimonie ist „das wahre Glück“. Nur wenn wir im Zustand der Eudaimonie sind, können wir von einem wirklich gelingenden und sinnerfüllten Leben sprechen.

Aber die Eudaimonie ist auch mit Anstrengung und täglichem Bemühen verbunden. Deshalb lassen wir uns nur allzu leicht vom schnellen und oft mühelosen hedonischen Lustgewinn verführen und vernachlässigen die Eudaimonie. Dann fehlen unserem Leben Bedeutung und Sinn – und Viktor Frankl spricht dann in seiner Logotherapie (von „Logos“ – der Sinn) davon, dass viele „Menschen am fehlenden Sinn in ihrem Leben leiden“.

Den (Gehirn-)Zustand des eudaimonischen Wohlbefindens – des „wahren“ Glücks – können wir erreichen, wenn wir unseren Verstand und unsere Vernunft einsetzen. Durch verständiges und vernünftiges (achtsames, proaktives und werteorientiertes) Wahrnehmen, Denken, Entscheiden und Handeln können wir unser Leben gelingen lassen. Genau dies nennen wir „Bewusst leben“.

In unseren Workshops und Online-Kursen „Bewusst leben – Das Leben gelingen lassen“ vermitteln wir unseren Teilnehmern die dazu notwendigen Kompetenzen und Einstellungen. Mehr dazu …

Literatur

[1] Wühr E (2026). Wie ein Leben gelingen kann.

Autor

Dr. Erich Wühr, M.Sc.
Honorarprofessor für das Lehrgebiet Gesundheitsförderung und Prävention am Kompetenzzentrum für Lebensstilmedizin und Naturheilverfahren der Technischen Hochschule Deggendorf in Bad Kötzting
c/o Bahnhofstr. 15
93444 Bad Kötzting
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